L. Possehl & Co. mbH

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Pressemeldungen 2002


25. Juni 2002

Bilanzpressekonferenz am 25. Juni 2002

Possehl wieder auf Erfolgskurs: Nach hohen Verlusten im Geschäftsjahr 2001 wieder Wachstum und positive Ergebnisse
Der Lübecker Possehl-Konzern hat in den ersten fünf Monaten des laufenden Geschäftsjahres die Ertragswende geschafft. Per Ende Mai erzielte Possehl mit einem Konzernumsatz von 440 Mio. € ein Wachstum von mehr als 5 % gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig gelang die Rückkehr in die Gewinnzone, nachdem der Konzern für das Geschäftsjahr 2001 erstmals ein negatives Jahresergebnis von 34 Mio. € ausweisen musste.

Maßgeblicher Grund für den Ergebniseinbruch des Geschäftsjahres 2001 war die weltweite Halbleiterkrise, die zu gravierenden Umsatz- und Ergebnisrückgängen der in den Vorjahren stark gewachsenen und ertragreichen Beteiligungsgesellschaft Possehl Electronics N. V. geführt hat. Diese Gesellschaft, in der die weltweiten Zulieferaktivitäten für die Halbleiterindustrie zusammengefasst sind, musste nach Umsatzrückgängen von 27 % gegenüber dem Jahr 2000 ganz erhebliche operative Verluste hinnehmen. Hinzu kamen außerordentlich hohe Einmalaufwendungen für tiefgreifende Restrukturierungs- und Anpassungsmaßnahmen, die inzwischen erfolgreich umgesetzt wurden.

Die übrigen sechs unter dem Dach der Lübecker Holding L. Possehl & Co. mbH zusammengefassten operativen Geschäftsbereiche konnten insgesamt der weltweiten konjunkturellen Talfahrt trotzen. Der Umsatz des Possehl-Konzerns wuchs trotz des Umsatzeinbruches im Geschäftsbereich Elektronik um gut 32 Mio. € auf 1.084 Mio. €. Der Umsatzzuwachs wurde insbesondere von den Geschäftsbereichen Edelmetallverarbeitung, Internationaler Rohstoffhandel und Automobilhandel getragen.

Mit Ausnahme des Geschäftsbereiches Elektronik haben alle Geschäftsbereiche im Jahr 2001 positive Betriebsergebnisse erzielt. Die hohen Verluste von Possehl Electronics konnten hierdurch aber nicht ausgeglichen werden, so dass sich im Konzern ein leicht negatives Betriebsergebnis von ./. 0,4 Mio. € ergab. Aufgrund der hohen außerordentlichen Restrukturierungsaufwendungen kam es im Konzern zu einem Jahresfehlbetrag von ./. 34 Mio. €.

In der Führungsgesellschaft L. Possehl & Co. mbH wurde dagegen ein Jahresüberschuss von 11,4 Mio. € erzielt. Die Possehl-Stiftung hat angesichts der schlechten Ertragslage im Konzern auf eine Ausschüttung verzichtet.

Das schlechte Jahresergebnis wirkt sich auch auf die Bilanzstrukturen des Konzerns aus. Bei einer auf 541 Mio. € verkürzten Bilanzsumme verminderte sich das ausgewiesene Konzerneigenkapital auf 187 Mio. €. Die Eigenkapitalquote im Konzern sank auf knapp 35 %, in der Führungsgesellschaft L. Possehl auf gut 45 %.

„Possehl hat trotz der Schwierigkeiten im Elektronikbereich im Geschäftsjahr 2001 den Anteil ertragsstarker Aktivitäten ausgebaut“, kommentierte Dr. Ernst J. Wortberg, Vorsitzender des Vorstandes der Obergesellschaft L. Possehl, Lübeck, die Akquisition der Heraeus Edelmetall Halbzeug GmbH. „Mit dieser Übernahme ist uns nicht nur eine Stärkung unseres Geschäftsbereiches Edelmetallverarbeitung bei der Heimerle + Meule GmbH gelungen. Wir haben zugleich die zukunftsorientierten Aktivitäten im Konzernverbund verstärkt.“

Zudem übernahm Possehl den 30 %-Anteil des bisherigen Mitgesellschafters BE Semiconductor Industries N. V. an Possehl Electronics N. V. Der Erwerb erfolgte auf dem Tiefpunkt der Halbleiterkrise zu attraktiven Konditionen. Inzwischen ist eine deutliche Belebung der Halbleitermärkte erkennbar: In den ersten fünf Monaten des Jahres 2002 stiegen die Umsätze wieder an, und die Ertragssituation konnte sich soweit verbessern, dass erste positive Monatsergebnisse erzielt wurden.

Mit Ausnahme des Geschäftsbereiches Stahlhandel, der unter der allgemein schwierigen Stahlkonjunktur leidet, haben sich die übrigen Geschäftsbereiche in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres umsatz- und ergebnismäßig befriedigend entwickelt. Wenn sich die begonnene Erholung der weltweiten Halbleitermärkte fortsetzt, erwartet der Vorstand für das Geschäftsjahr 2002 ein deutliches Umsatzwachstum und eine entscheidende Verbesserung der Ertragslage im Konzern.